Mit Mathematik vom Kindergarten zur Schule

Kürzel: 
MKS

Förderung von besonders begabten und mathematisch interessierten Kindergartenkindern und Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 und 2

 

Ziele

Mädchen und Jungen haben oft brillante Ideen und große Freude an der Beschäftigung mit mathematischen Fragen. Dies ist oft schon im Kindergarten zu beobachten und wir sollten so manches tun, was ihnen diese Freude erhält. Dies geschieht am besten, wenn wir den Kindern in diesem Alter bereits viele gute Gelegenheiten geben, selber Streifzüge durch die Mathematik zu unternehmen und ihnen schon frühzeitig den Blick dafür öffnen, dass Mathematik mehr ist als nur „Rechnen“. Der MatheTreff 3456 ist ein Projekt des Zentrums für Mathematik, das vor allem zu diesem Zweck für Kinder der Jahrgangsstufen 3 bis 6 eingerichtet wurde, und als Muster für das neue Förderprojekt „Mit Mathematik vom Kindergarten zur Schule“ (MKS) dient, das für Kinder im Alter von 5 bis 7 Jahren gedacht ist. Das Zentrum für Mathematik kann zudem auf Erfahrungen zurückgreifen, die Mitarbeiter bei einem gleichartigen Förderprojekt sammeln konnten, das sich jedoch ausschließlich an Kindergartenkinder richtete.

 

Mit dem Projekt „Mit Mathematik vom Kindergarten zur Schule“ für Kinder im Alter 5 bis 7 Jahren

sollen gute Gelegenheiten zum Erkennen von Mustern der Mathematik beim

  • Zählen
  • Kombinieren
  • Bewegen und Verändern
  • Gestalten
  • und Spielen

geschaffen werden (s. Hasemann, Leonhardt, Szambien: Denkaufgaben für die 1. und 2. Klasse, in: [Eins plus] Begabungen fördern im Mathematikunterricht, Herausgegeben von Mähler und Meyer)

  • sollen Kinder erfahren, dass sie zu mathematischen Entdeckungen fähig sind,
  • soll die oftmals in starkem Maße vorhandene intrinsische Motivation weiter gefördert werden,
  • sollen durch gemeinsame Überlegungen soziale Beziehungen und Teamfähigkeit entwickelt und gefördert werden,
  • soll ein Ort geschaffen werden, wo besonders begabte und mathematisch interessierte Kinder in anregender Atmosphäre zusammenkommen.

 

Das Angebot „Mit Mathematik vom Kindergarten zur Schule“ richtet sich an mathematisch besonders begabte und interessierte Kinder im Alter von 5 bis 7. Diese Kinder sind durch die im Unterricht üblichen (und für die Mehrheit der Klasse auch angebrachten) Unterrichtsformen, z. B. häufiges Wiederholen und Üben, oft unter fordert und in vielen Fällen schließlich gelangweilt. Aufgrund der hohen Leistungsheterogenität in den Grundschulen ist es für die unterrichtenden Lehrkräfte oft  nur sehr schwer möglich, diese Probleme allein durch Maßnahmen der Binnendifferenzierung während des regulären Unterrichts zu lösen. In dieser Situation erscheint es angebracht, diesen Kindern ein Enrichment-Programm außerhalb des regulären Unterrichts bzw. der regulären Kindergartenzeit anzubieten. (Wichtig für Eltern: „Mit Mathematik vom Kindergarten zur Schule“ ist kein „Nachhilfe-Projekt“.)

 

Das Projekt „Mit Mathematik vom Kindergarten zur Schule“ soll in Kooperation mit der Schlossbergschule in Bensheim-Auerbach gestartet werden. Die Schule stellt die Räumlichkeiten und auch Betreuer. Es ist daran gedacht, zu einem späteren Zeitpunkt das Projekt auch an anderen Standorten durchzuführen.

 

Projektstruktur

Das Projekt „Mit der Mathematik vom Kindergarten zur Schule“ umfasst drei über das Kalenderjahr günstig verteilte Staffeln. Eine Staffel besteht aus fünf wöchentlich aufeinander folgenden Terminen. Die einzelnen Veranstaltungen einer Staffel finden zweistündig voraussichtlich samstags von 1000 bis 1200 Uhr statt. An einer Staffel nehmen maximal 20 Kinder teil und werden von zwei Fachleuten betreut.

 

Die Teilnehmer melden sich für eine Staffel über das Portal des Zentrums für Mathematik an und zahlen ein Teilnehmerentgelt von 25 €. Bei der Zusammenstellung einer neuen Staffel werden Wartelisten, die bei früheren Staffeln entstanden sind, berücksichtigt. Die einzelne Veranstaltung umfasst eine mindestens viertelstündige Pause, in der die Teilnehmer ein Getränk und einen kleinen Imbiss erhalten.

 

Zum Abschluss einer Staffel werden die Teilnehmer in einer anonymen Befragung gebeten, ihr Urteil abzugeben. Auch die Rückmeldungen der Eltern fließen in die Evaluation ein Eine dezidierte Auswertung bezüglich des Erreichens der Projektziele oder der Förderung einzelner Schülerinnen und Schüler ist aufgrund der Organisationsstruktur kaum möglich.

 

Generell sind die Staffeln altersgemischt zusammengesetzt, d. h. es erfolgt keine strikte Trennung nach Jahrgangsstufen.  Für einzelne Themenbereiche kann es jedoch sinnvoll sein (z. B. aufgrund unterschiedlicher mathematischer Vorkenntnisse) die Teilnehmer einer Staffel nach Jahrgangsstufen zu trennen.

 

Die Standortprojektmitarbeiter nehmen an einer mindestens einmal im Jahr stattfindenden Fortbildung teil.

 

Rekrutierung der Teilnehmer

Der Kontakt zu Interessenten kommt überwiegend auf folgenden Wegen zustande:

 

a) Empfehlung durch Kindergarten oder Schule nach der Ausschreibung einer Staffel

b) Selbstnomination

c) Schulpsychologischer Dienst und Beratungsstellen (BRAIN)

 

Zu a): Im Vorfeld einer Staffel werden die betreffenden Schulen und Kindergärten im Einzugsbereich des jeweiligen Standortes durch ein Informationsschreiben über das Projekt informiert. Die Erzieher im Kindergarten und die Mathematiklehrer der Klassen 1 bis 2 werden gebeten, in ihren Gruppen nach „geeigneten“ Kindern zu suchen und diese bzw. deren Eltern über das Angebot zu informieren.

 

Zu b): In Informationsveran staltungen, in Elternabenden und auch durch die Presse werden Eltern auf das Projekt aufmerksam und melden ihre Kinder direkt bei uns an.

 

Zu c): Beratungsstellen für Hochbegabte suchen Angebote für besonders begabte und mathematisch interessierte Kinder im Alter von 5 bis 7.

Auf diese Weise setzen sich die Staffeln zusammen aus besonders begabten sowie mathematisch interessierten Kindern. Auf einen Aufnahmetest wird bewußt verzichtet, ebensowenig fordern wir den Nachweis einer vorliegenden Hochbegabung durch ein psychologisches Gutachten (z. B. IQ > 130 als Kriterium).

Als Orientierung für Unterrichtende. Erzieher und Eltern kann folgende Zusammenstellung  von Begabungsmerkmalen dienen*:

 

Begabungsmerkmale:

 

Allgemeine Persönlichkeitseigenschaften:

•        Hohe geistige Aktivität

•        Intellektuelle Neugier

•        Anstrengungsbereitschaft / Leistungsmotivation

•        Freude am Problemlösen

•        Konzentrationsfähigkeit

•        Beharrlichkeit

•        Selbständigkeit

•        Kooperationsfähigkeit

 

Mathematikspezifische Begabungsmerkmale:

•        Mathematische Sensibilität (Gefühl für Zahlen, geometrische Figuren, strukturelle Zusammenhänge)

•        Originalität und Phantasie bei mathematischen Aktivitäten

•        Gedächtnisfähigkeit für mathematische Sachverhalte

•        Fähigkeit zum Strukturieren (Erkennen von Mustern, Gliederungsprinzipien)

•        Fähigkeit zum Wechsel der Repräsentationsebenen

•        Fähigkeit zur Reversibilität und zum Transfer

•        Räumliches Vorstellungsvermögen

 

(aus F. Käpnick: Mathematisch begabte Kinder. Peter Lang GmbH, Europäischer Verlag der Wissenschaft: Frankfurt am Main, 1998)

Ansprechpartner: 

Berichte

Bergsträßer Anzeiger: Zahlenspiele sollen Grundschülern Spaß machen

Darmstädter Echo: Mathematik für Grundschüler

Bergsträßer Anzeiger: Knobelaufgaben machen Lust auf Mathematik

Bergstraße. Auf der Skala der "Unlustfächer" rangiert Mathematik ganz oben. Dabei kann das Fach viel Spaß machen. Das erlebten auch die Erstklässler der Schlossbergschule. In Kleingruppen bearbeiteten die Grundschüler aus dem Bensheimer Stadtteil kniffligen Aufgaben, diskutierten und suchten nach Lösungswegen. "Mit Mathematik vom Kindergarten zur Schule" lautet das Gemeinschaftsprojekt der Schlossbergschule mit dem Zentrum für Mathematik, das sich an besonders begabte und mathematisch interessierte Kinder wendet. In dieser Woche schloss die erste von insgesamt drei Staffeln mit 20 Erstklässlern ab. Dabei ging es nicht um die Addition oder Subtraktion in verschiedenen Zahlenräumen, sondern um die Schulung des logischen Denkvermögens. Experimentelle Spiele und Knobelaufgaben oder Beispiele zur räumliche Spiegelungen standen auf dem Stundenplan. In einer ersten Phase stellten die Kinder Vermutungen an, die zur Lösung führen konnten. Anschließend ging man den Dingen mit einem Experiment auf den Grund. Das Projekt

Veranstaltungsinformationen

Bensheimer Projekt: Mit Mathematik vom Kindergarten zur Schule